Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, wurde am Dienstag unter Verdacht auf Geheimnisverrat festgenommen. Hanning, 80 Jahre alt, war bis 2021 Chef des deutschen Geheimdienstes. Gleichzeitig wurde sein ehemaliger Büroleiter festgenommen. Dieser soll Hanning nach seinem Verlassen der Beamtenlaufbahn jahrelang geheime Informationen weitergegeben haben. Die Ermittlungen deuten auf den Verdacht des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen hin. Es wird nicht eine Verbindung zu Russland angenommen.

Hanning soll eine Analyse für den Geheimdienst Aserbaidschans erstellt haben. Dies wurde einem Medienbericht zufolge berichtet. Zudem wird vermutet, dass er im Zuge seiner Tätigkeit im BND mit fremden Mächten zusammenarbeitete. Er soll sein Geheimwissen in den Dienst von außenstaatlichen Akteuren gestellt haben. Die Ermittlungen sind noch in vollem Gange.

Die Festnahme von Hanning hat den deutschen Sicherheitsapparat erschüttert. Der ehemalige BND-Chef war bereits länger in einer Grauzone tätig. Die Kontrollgremien warnen vor der Gefahr von Geheimnisverrat. Die Ermittlungen sind aufgrund der Komplexität des Falls noch nicht abgeschlossen. Die Ergebnisse werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.