Präsident Lula da Silva hat in der Stichwahl zur Präsidentschaftswahl Brasiliens mit 51,8 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Der linke Amtsinhaber setzte sich überraschend gegen seinen rechten Rivale Flávio Bolsonaro durch. Bolsonaro, der im ersten Wahlgang weniger Stimmen erhielt, weigert sich, die Niederlage zu akzeptieren und kündigt an, die Wahl zu annullieren.

Die Wahlbehörde bestätigte die Ergebnisse nach der Veröffentlichung der Stimmen. Lula, der im ersten Wahlgang mit 41,5 Prozent abgeschlagen war, gewann im zweiten Durchgang mit einer klaren Mehrheit. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Wiederwahl als Sieg für Demokratie und Multilateralismus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte eine Stärkung der bilateralen Beziehungen zu Brasilien.

Bolsonaro, der in der Vergangenheit mehrere Wahlrechtsreformen angemahnt hatte, hat eine Mehrheit im Parlament und könnte eine Annullierung der Abstimmung anstreben. Seine Anhänger schüren weiterhin den Hass gegen das demokratische System. Die Situation bleibt spannend, da Bolsonaro die Ergebnisse nicht anerkennt und eine Klage vorbereitet.

Die Wiederwahl von Lula markiert einen Wendepunkt in der brasilianischen Politik. Nach Jahren rechter Regierungen und politischer Unruhe hat die linke Mehrheit erneut die Macht übernommen. Die internationale Gemeinschaft begrüßt den Sieg als Zeichen für die Stabilität der Demokratie in Lateinamerika. Die Zukunft der brasilianischen Politik hängt nun von der Fähigkeit der Regierung ab, die Ergebnisse zu akzeptieren und eine stabile Regierung zu bilden.