Die Polizei in Paris hat am Samstag erneut gepanzerte Fahrzeuge zum Schutz des Élysée-Palasts eingesetzt, nachdem Demonstranten erneut gewalttätig geworden waren. Die Sicherheitskräfte, die für die Demonstrationen bereitstehen, umfassen rund 70.000 Beamte, wie das französische Innenministerium mitteilte. Die Demonstranten, die in verschiedenen Städten wie Paris, Lyon und Marseille stattfinden, wurden von der Polizei mit strengen Auflagen konfrontiert. In Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. In Lyon wurden Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

Bis 13 Uhr hatte Innenminister Laurent Nuñez berichtet, dass bereits 135 Menschen festgenommen wurden, bevor die Demonstrationen begannen. Es gab bisher keine grösseren Zwischenfälle, sagte Nuñez vor der Presse. Die Ermittlungen nach dem tödlichen Schussangriff in der Nähe von Paris gehen weiter. Drei weitere Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen wurden festgenommen, darunter die Mutter des mutmaßlichen Attentäters. Die Behörden untersuchen, ob der Anschlag rassistisch motiviert war. Die Demonstrationen, die eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen stattfinden, werden von der Polizei als potenziell gefährlich eingeschätzt. Die Sicherheitskräfte bereiten sich darauf vor, ähnliche gewaltsame Krawalle wie am vergangenen Wochenende zu verhindern.